Paritätischer Wohlfahrtsverband warnt vor "Nichtraucherschutz-Light"
Der Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) hat die Koalitionsfraktionen davor gewarnt, beim Nichtraucherschutz vor der Tabaklobby einzuknicken. "Wir brauchen keine halbherzige Lösung, sondern entschlossenes Handeln gegen fahrlässige Gesundheitsgefährdung", kommentierte Hauptgeschäftsführer Dr. Ulrich Schneider Medienberichte, wonach die fraktionsübergreifende Initiative für ein generelles Rauchverbot in Gaststätten vom Tisch sein soll."Es gibt kein Recht auf Körperverletzung", sagte Schneider. "Der Aufenthalt in Gaststätten muss grundsätzlich möglich sein, ohne die Gefahren des Passivrauchens in Kauf zu nehmen." Eine Begrenzung des Rauchverbots auf größere Lokale, die von den beiden Koalitionsfraktionen offenbar favorisiert werde, sei inkonsequent. "Wer eine derart lasche Regelung anstrebt, zeigt, dass es ihm nicht wirklich um einen effektiven Schutz der Nichtraucher geht, sondern um eine völlig wirkungslose Light-Version", so Schneider. Dabei sei hinlänglich bekannt, dass giftige Substanzen im Tabakqualm für eine Vielzahl chronischer Krankheiten sowie Erkrankungen mit Todesfolge wie Lungenkrebs und Schlaganfall verantwortlich seien, so der Hauptgeschäftsführer des DPWV.
Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe müssen jährlich mehr als 3300 Nichtraucher das Passivrauchen mit dem Leben bezahlen. "Jedes Jahr sterben etwa 60 Säuglinge, weil sie Tabakqualm ausgesetzt sind oder ihre Mutter während der Schwangerschaft geraucht hat", so Schneider unter Bezugnahme auf Zahlen der Krebshilfe.
Quelle: Paritätischer Informationsdienst
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