Gastronomen über das Rauchverbot

Susanne Cholewa von Joe's Pool-Factory in Berlin schrieb uns am 11.09.07
Mein Mann und ich haben uns erst dieses Jahr selbstständig gemacht. Wir haben einen Billard Salon in Berlin eröffnet.
Beide waren wir vorher ohne Anstellung und haben unsere gesamten Ersparnisse in nicht unerheblicher Höhe in das Geschäft investiert. Einen separaten Raum können wir schaffen, dieser ist allerdings nur etwa 15m² klein, bei einer Gesamtfläche des Ladens von etwa 260 m² und über 90% rauchender Gäste eher eine "Räucherhöhle". Auch Mehrkosten entstehen uns für Be-und Entlüftung, Heizpilze für den Außenbereich etc.

Separate Billardtische sind leider ohne massiven Verlust nicht möglich.
Wir sind bisher dankbar dafür, dass unser Geschäft gut angelaufen ist, sehen aber jetzt eher negativ in die Zukunft.
Unsere Gäste zahlen Tischmiete. Wenn dann die Zigarettenpause auch noch „bezahlt“ werden muss, ist die Frage, ob nicht die Gäste vielleicht kommen, ein Spiel machen und dann doch lieber gehen, denn das Rauchen beim Spiel ist ja dann nicht mehr möglich.
Sicher kann man eine „Pausenfunktion“ in unser Computerprogramm einbauen lassen (wieder Kosten!), aber auch das muss kontrolliert werden. Ist doch einer unserer Werbeslogan: minutengenaue Abrechnung der Tische.

Wir sind stinkesauer. Endlich einen Weg aus der Arbeitslosigkeit gefunden, dem Staat nicht mehr zur Last gefallen, wird unsere neue Existenz massiv bedroht. Haben sich die „Damen und Herren da oben“ mal Gedanken darüber gemacht, wie viele Leute in der Arbeitslosenstatistik wieder auftauchen werden aufgrund des Rauchverbotes?!!

Welche Umsatzeinbuchungen auch dem Staat entgehen, weil Gäste wegbleiben? Und – in unserem Fall – Existenzgründer wieder in die Arbeitslosigkeit zurück fallen und Kosten verursachen anstatt wie jetzt, zur Wirtschaft beizutragen.

Sollten wir unser Geschäft aufgrund des Rauchverbots wieder schließen müssen, geht nicht nur unsere Existenz den Bach runter, sondern auch unser Traum der Selbstständigkeit und vor allem unsere Ideologie. UND !!! Wir fallen dem Staat wieder zur Last. Mal ganz abgesehen von unserem persönlichen finanziellen Verlust.

Ich verstehe, das Nichtraucher geschützt werden müssen, aber es sollte doch von Fall zu Fall entschieden werden und einem Gastronomen die Möglichkeit gegeben werden, im Interesse der Gäste entscheiden zu können und vor allem, nicht bestehende Existenzen zu vernichten.

Wir können nur hoffen, ab 2008 nicht wieder in der Schlange der Arbeitslosen zu stehen…