Gastronomen über das Rauchverbot

Beitrag von Claus Felber, SOWIESO-Musiklokal in Laufen/Oberbayern vom 10.12.07
 
Mir persönlich ist völlig unverständlich, warum rauchverbotfordernde Mitmenschen nicht wenigstens in bereits bestehende Nichtraucherlokale gehen. In unserem Nachbarort Oberndorf gab's z.B. schon eines, das mangels Publikum wieder in ein Lokal für alle Gäste zurück verwandelt wurde. Würde die Masse dieser Rauchgegner solche Angebote auch annehmen, dann würden solche Lokale ganz von allein "aus dem Boden schießen". Wo sind denn die vielen Rauchgegner?? - Sicher nicht in Bierlokalen und Bars zu finden, habe ich den Eindruck! Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß diese raucherfeindlich eingestellten Bürger, nach dem Inkrafttreten des Rauchverbots, in großer Zahl mehrmals wöchentlich in die Bierlokale pilgern werden - wie es unsere bisherigen Gäste tun! Wenn diese aber sowieso keine "Wirtshausgänger" sind, könnte es denen eigentlich egal sein. Und es würde kein Gesetz nötig machen, das für so großen Ärger sorgen wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach auch zum Ende von vielen Gaststätten.
 
Wir als Wirte sollen also erwachsene Menschen erziehen und in deren Recht auf Selbstbestimmung eingreifen (da stellt sich ja kein Politiker hin und macht das) - oder sie rausschmeißen??? - Das kann doch nicht wirklich unsere Aufgabe sein. Und falls ein Gast beim Rauchen in einem Lokal behördlicherseits "erwischt" oder von anderen denunziert wird, werden dann Strafen bis zu 50.000 Euro für den Gastronomen fällig - stimmt das? Wäre das eine Verhältnismäßigkeit der Dinge, wenn Wirte die selbe Höchststrafe erwartet wie Unternehmer, die mit Gammelfleich 1000de Verbraucher schädigen?! - Man sollte doch die "Kirche im Dorf lassen"!
 
Die Rede ist hier ausdrücklich nicht von Restaurants, da könnte man ein Rauchverbot ja evtl. noch einsehen - obwohl ich es auch dort für Bevormundung mündiger Bürger halte! In unserem speziellen Fall befinden wir uns auch in einer Stadt, die auf der anderen Seite unserer Salzach (Grenzfluß) die österreichische Nachbarstadt Oberndorf hat. 200 Meter entfernt. - Das wird uns noch Probleme bereiten, die österreicher sind nämlich garnicht dumm: die haben mögliche Rauchverbote einfach mal verschoben und sehen sich zuerst einmal an, wieviele Lokale auf deutscher Seite zugrunde gehen werden. Im Übrigen könnte es werden wie beim Tanktourismus.
 
Wenn überhaupt ein Gesetz zum Nichtraucherschutz in Gaststätten, dann sollte einfach jede Gaststätte eine Kennzeichnung als "Raucher- oder Nichtraucherlokal" durchführen. Damit müsste doch allen "normalen" Bevölkerungsgruppen gedient sein! Für radikale Gruppen, egal aus welchem Bereich, gibt es durch unserem Landtag auch keine Gesetze zu deren Schutz.
 
Mit kollegialem, freundlichem Gruß
Claus Felber