Gastronomen über das Rauchverbot

Volker Wenger vom Longhorn Saloon in Oldenburg/H. schrieb uns am 30.12.2007

Meine Meinung als rauchender Gastwirt ist, in reinen Esslokalen ja aber in Kneipen wo die Geselligkeit am größten ist und wo der Raucher neben dem Nichtraucher sitzt, ein Bier trinkt und sich beide darüber auslassen wie bekloppt dieses Gesetz ist. Da soll nicht mehr geraucht werden? Am Tresen sitzen und nicht Rauchen dürfen? Eigentlich undenkbar. Außerdem, warum gerade der Tresen Nichtraucher? Warum nicht einen Extraraum für Nichtraucher. Mit freien und Rauchfreiem Zugang zu den Toiletten.

Extra Raucherzimmer sind doch Quatsch. Den jedesmal wenn der Raucher zur Toilette geht kommt doch die ach so gefährliche Luft in den Nichtraucherbereich. Müssen wir dann eventuell Luftreinigungsschleusen einbauen? Was ist mit der Kleidung? Die riecht doch auch nach Rauch und hat alles voll von Giften.
Wer soll den die Nichtraucher bedienen, wenn der Wirt selber raucht und zu seinen rauchenden Gästen geht. Man hält dann ein kleines Schwätzchen und geht dann vielleicht zurück. 10 - 15 Minuten. Was passiert dann? Kommt dann das Gesetz: "Der Wirt hat sich nicht von der Stelle zu rühren?" 
 
Aber Spaß bei Seite, bei mir verkehren, wie fast überall; ca.90-95 % Raucher. Alle bei mir verkehrenden Nichtraucher sagen einstimmig, es störe sie nicht. Sie bräuchten ja nicht kommen, denn sie wüßten das bei mir geraucht wird.
Mein Lokal ist in einer kleinen Ortschaft mit ca 11 000 Ew. Hier hat jeder Dritte ein kleines oder größeres Häuschen mit Garten. Was glauben denn die Damen und Herren aus Brüssel und Berlin, wo der rauchende Gast hingeht, wenn in der Kneipe an der Ecke oder wo auch immer nicht mehr geraucht werden darf.
Bier vom Aldi und ab in den Garten. Grill an und ab geht die Party. Der dann in seiner Existens bedrohte Gastwirt steht am Zaun und Jubelt.
 
Wenn denn alle glücklich sind und sich einige Wirte und ihr ehemaliges Personal später auf dem Arbeitsamt wiedertreffen, dann ist das Leben in Deutschland wieder in Ordnung.
 
Ich jedenfalls habe beschlossen, sollte ich Umsatzeinbußen in Höhe von 20 bis zu 25 % haben, entlasse ich mein Personal, schließe ab und meld mich auf Hartz 4. Der Staat macht meine Existens kaputt... dann soll er mich auch ernähren.
Leb dann mit der Devise: "Hartz 4 bezahlt mein Bier"
Bei schönem Wetter geh ich an den Strand und bei schlechtem nebenbei ein wenig "Nachbarschaftshilfe" bei ehemaligen Kollegen. Vorausgesetzt sie haben noch genug Gäste.

Habe am Ende doch ein tolles Leben dann. Wer in Deutschland noch selbst arbeitet um sein Lebensunterhalt zu verdienen wird doch eeh schon bestraft. Wozu den ganzen Streß denn noch? Bin 50 Jahre und brauch das alles nicht mehr. Genug gebunkert um mit Hartz 4 zusammen gut über die Runden zu kommen.
Ihr in Berlin und Brüssel, denkt mal drüber nach bevor ihr jedesmal solch einen Unsinn verzapft. Portugal, Spanien, Italien usw. sind keine Beispiele. Da ist es auch im Winter angenehm draußen.
 
Es grüßt alle Leidensgenossen
Volker Wenger  Longhorn Saloon in 23758 Oldenburg i. H.